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Wenn GESTERN zu HEUTE wird

Von Ost nach West halt’s Datum fest

Das Motto meiner Weltreise war von Anfang an: Ab in den Süden und der Sonne hinter her. Ich wollte dem tristen Winter wenigstens einmal entkommen.

Der Sonne entgegen zu reisen, bedeutet immer in Richtung Osten zu steuern. Von Österreich aus ging es nach Indien, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Indonesien, Australien und Fidschi. Bei jedem Wechsel der Zeitzone musste ich die Uhr vorstellen. Ich befand mich folglich immer in der „Zukunft“.

In Fidschi traf ich schließlich auf ein interessantes Phänomen. Die Insel Taveuni, nord-östlich von Viti Levu, wird vom 180. Längengrad durchtrennt, das heißt, ein Teil der Insel befindet sich im HEUTE und der andere im GESTERN. Jene Fidschianer, die hier leben, halten sich aber nicht an diese Unterteilung, das wäre auch viel zu verwirrend. Sie leben nach derselben Uhrzeit und demselben Datum, wie die Bewohner der Hauptinsel (Viti Levu).

Bei meinem Flug von Fidschi nach Kalifornien passierte ich die Datumsgrenze – die nicht missachtet wurde (!). An einem Donnerstagabend bestieg ich das Flugzeug in Nadi und landete an einem Donnerstagmorgen in Los Angeles. Ich fühlte mich wie Phileas Fogg, der beim Passieren der Datumsgrenze in östlicher Richtung vergessen hatte, das Datum einen Tag zurückzustellen. Ich hatte das Datum von Fidschi nach Kalifornien mitgenommen und somit einen Tag gewonnen. Jener Donnerstag wurde somit zum längsten Donnerstag meines Lebens!